
seit 2025 – Wissenschaftlicher Mitarbeiter (unbefristet), Uniklinikum Düsseldorf
2022 – Doktor der Neurowissenschaften (PhD), Lissabon
2009 – Masterabschluss Physik (Diplom), München
2007 – Masterabschluss Biowissenschaften (MSc), Paris
Meine 3R-Forschung
Mit Tieren zu arbeiten bedeutet, Verantwortung für ihr Wohlergehen zu übernehmen – und sie überhaupt nur dann zu nutzen, wenn es nicht anders geht. Selbstverständlich nutzen wir immer auch tierfreie Untersuchungsmethoden wie Computersimulationen, die Untersuchung von Gewebeproben, usw.
Natürlich halten wir uns dabei an alle rechtlichen Vorschriften, gehen aber selbstverständlich freiwillig darüber hinaus. Verbindlich ist unter anderem eine behördliche Genehmigung – denn jeder Tierversuch ist illegal, sofern keine Ausnahmegenehmigung vorliegt, genau diesen Versuch an genau diesen Tieren auf genau diese Weise in genau diesem Zeitraum mit genau diesen Kolleg:innen durchzuführen. Und das ist gut so!
Verbindlich (und für uns selbstverständlich) ist aber auch die Orientierung am sogenannten 3R-Prinzip: Reduce, Refine, Replace. Also: möglich wenige Tiere in jeder Studie untersuchen, jede Untersuchung möglichst schonend gestalten, und jeden Versuch mit Tieren wo immer möglich durch Versuche ohne Tiere ersetzen.

Dazu engagiere ich mich seit langem auch im Bundesnetzwerk 3R des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), sowohl durch Vorträge und Workshops bei den Netzwerktreffen als auch durch das BMBF und andere Förderer wie das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR, Bf3R) geförderte Forschungsprojekte zum Wohlergehen unserer Tiere.
So haben wir zum Beispiel untersucht, wie die Wahrnehmung von Fischen durch Veränderungen ihrer Umgebungsbedigungen beeinträchtigt wird, wie sie Betäubungsmittel und Kälte reagieren, und wie sich echte, wirksame Betäubung von einer bloßen Regungslosigkeit unterscheiden lässt – denn Fische können uns ihre Empfindungen ja nicht selbst mitteilen!
Leyden, C., Brüggemann, T., Debinski, F., Simacek, C. A., Dehmelt, F. A. & Arrenberg, A. B. (2022). Efficacy of tricaine (MS-222) and hypothermia as anesthetic agents for blocking sensorimotor responses in larval zebrafish. Frontiers in Veterinary Science 9:864573. https://doi.org/10.3389/fvets.2022.864573
Wir stellen uns aber auch besonders schwierigen Themen – denn wo immer Tiere in unserer Gesellschaft genutzt werden (in der Landwirtschaft, als Haustiere, in Zoos und in der Forschung), werden sie auch getötet. Und wenn das geschieht, ist es wichtig, es auf die für das Tier selbst am wenigsten schlimme Weise zu tun. Doch was bedeutet das?
Hier haben wir genauer nachgeschaut, eine alternative und besonders schnelle Betäubungs- und Tötungsweise mit Strom statt z.B. mit langsamen Pharmaka untersucht, und beobachtet, was dabei im Gehirn passiert, und wie viel (oder in unserem Fall: wie wenig!) Fische davon miterleben.
Auch das gehört zu unserer Verantwortung, und wir dürfen nicht wegsehen.
Seit Ende 2025 bin ich deshalb als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am neuen Institut für Versuchstierkunde der HHU Düsseldorf beteiligt, wo ich meine Forschung zum Tierwohl und seinen neurowissenschaftlichen Grundlagen unbefristet fortsetzen kann.
Burkhardt, D.-S., Leyden, C., Thomas, C., Brysch, C., Dehmelt, F. A. & Arrenberg, A. B. (2025). Behavioral and Neurophysiological Effects of Electrical Stunning on Zebrafish Larvae, Lab Animal 54: 50-58. https://www.nature.com/articles/s41684-024-01505-0