
2024 – Hospitation, BMBF Referat 124 (WissKomm), Berlin
seit 2017 – Mitglied, Siggener Kreis
seit 2015 – Mitgründer und Vorsitzender, Pro-Test
2011-2014 – Mitgründer, AR | Respire Connosco, Lissabon
Meine Haltung als Kommunikator
Ich trage Verantwortung dafür, Wissenschaft als Prozess zu vermitteln. Also als redliche, ergebnisoffene Methode, und nicht als bloße Sammlung von Erkenntnissen. Diese Perspektive fehlt nicht nur in der öffentlichen Diskussion um Wissenschaft, sondern allzu oft auch unter Wissen Schaffenden selbst. Das müssen wir ändern – in der Hochschullehre, in der Kommunikation mit dem “Rest der Welt” und in unserer täglichen Laborarbeit.
AR | Respire Connosco
Gerade war ich als Doktorand von der ENS Paris an das “Centre for the Unknown” der portugiesischen Champalimaud-Stiftung gewechselt, da fand ich mich inmitten einer Gruppe junger Forschender wieder, die dafür brannten, ihre Ideen hinaus in die Stadt zu tragen… und damit auch andere mitzureißen. Klassische Begeisterungskommunikation also, irgendwo zwischen TEDx und der Langen Nacht der Wissenschaft. Und, wo immer möglich, mit einem Bezug zu Kunst und Kulturen.
So entstand die noch heute aktive Initiative “AR | Respire Connosco” (/ˈaɾ ʁɨʃ.piˈɾɛ kõˈnoʃ.ku/), in der Promovierende und Promovierte Outreach-Events in Lissabon organisieren, die bislang über 10.000 wissenschaftsaffine Menschen angezogen haben.

Siggener Kreis
Doch nicht jede Forschung begeistert. Deshalb ist es umso wichtiger, sich jenseits aller PR-Optimierung damit auseinanderzusetzen, welche redliche Wissenschaftskommunikation eine freie Gesellschaft benötigt, um wirksame demokratische Entscheidungen zu treffen.
Der “Siggener Kreis für die Zukunft der Wissenschaftskommunikation” ist eine Gruppe aus Kommunikator:innen, Forschenden, Wissenschaftsjournalist:innen und weiteren Stakeholdern wie dem BMBF, die sich jährlich auf dem holsteinischen Gut Siggen trifft, um über die Weiterentwicklung der Wissenschaftskommuniation in Deutschland zu diskutieren.
Der Siggener Kreis entstand auf Initiative des Bundesverbandes Hochschulkommunikation und Wissenschaft im Dialog gGmbH und wird von der Alfred Toepfer Stiftung F.V.S. in Kooperation mit dem ZEIT Verlag gefördert. Die Tagungsergebnisse werden in der Regel in Form der “Siggener Impulse” veröffentlicht.
Bundesnetzwerk 3R des BMBF
Wer mit Tieren arbeitet, ist für ihr Wohlergehen verantwortlich, und der Gesellschaft Rechenschaft schuldig. Das gilt in der Forschungsarbeit selbst, aber eben auch dann, wenn wir durch unsere Kommunikation Erwartungen wecken. Darüber müssen auch nicht-professionell Kommunizierende immer wieder nachdenken und streiten. So zum Beispiel bei Treffen des Bundesnetzwerks 3R des Bundesministerium für Bildung und Forschung:
(Video, ca. 2 Minuten; vollständiges Video unter: https://www.gesundheitsforschung-bmbf.de/media/videos/Paneldiskussion.mp4)
Pro-Test Deutschland e.V.
Um Graustufen auszuloten und die Kommunikation zu erden, reicht es aber nicht, dass sich nur offizielle Repräsentant:innen großer Institutionen zu Wort melden. Vielmehr müssen wir selbst sichtbar werden – genau die Menschen eben, die teils kontroverse Forschung selbst gestalten und verantworten. Das fällt nicht immer leicht und, ja, es kann auch zu persönlichen Anfeindungen führen.
Aber: vor diesen dürfen wir uns nicht verstecken und den öffentlichen Raum anderen (teils durchaus unredlichen) Stimmen überlassen. Zu unserer Verantwortung als in der Forschung Arbeitende zählt eben auch, den Kopf hinzuhalten, uns angreifbar zu machen und Kritik wirklich anzuhören und aufzunehmen, statt nur Beschwichtungskommunikation zu praktizieren. Das muss nicht jede:r von uns tun. Irgendwer von uns muss es aber tun – und dabei sollten wir einander unterstützen, statt einander womöglich sogar Angst vor der Offenheit zu machen.
Und das tun wir – seit 2015! – als gemeinnütziger Verein namens Pro-Test. Seitdem bin ich auch als Gründungsvorsitzender mit dabei.
In dieser Initiative engagieren sich inzwischen fast 100 Studierende, Forschende, Tierpflegende, Veterinär:innen usw. deutschlandweit; kurz gesagt: alle, die schon einmal persönlich mit Versuchstieren zu tun hatten, und offen und persönlich davon berichten wollen. Und eben auch kritische Rückfragen gelten lassen.
Dazu gehört natürlich auch, anderen da zu begegnen, wo sie sind – auf der Straße, in Schulen und Hörsälen, im Fernsehen und auf YouTube:

(Video, ca. 20 Minuten)
(Video, ca. 19 Minuten)
(Video, ca. 19 Minuten)



